Morgen ist es soweit :)

Ich freue mich! Kann es kaum mehr erwarten. Muss heute Abend unbedingt noch die restlichen Sachen packen. Ich habe Unmengen an Zeug, das ich mitnehmen möchte…

Heute Vormittag ging es mir passabel. Habe mich versucht abzulenken. Gestern Abend der Absturz… er sitzt mir ein wenig im Nacken, aber weniger als befürchtet. Ich bin doch noch recht gefasst und versuche meinen Selbstwert zu pflegen.

Kleinigkeiten (für manche Menschen) habe ich heute schon geschafft. Müll raus gebracht, geduscht, Fingernägel gerichtet… alles Dinge die normal sind und dennoch so viel Kraft von mir verlangen.

Nun heißt es auch den Nachmittag gut zu überstehen. Später dann den Abend konstruktiv zu gestalten. Oh ja, es gibt noch viel zu tun vor morgen. Aufräumen, packen, verstauen… langweilig dürfte mir nicht werden, wenn es mir nur gelingt dran zu bleiben! Ich werde alles geben.

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Luft raus.

Absturz.

Ja, manchmal vernehme ich Stimmen… Satzfetzen und Worte. Nachdem nun zwei oder drei Tage absolute Ruhe war und alles nur leer und still, herrscht jetzt wieder reges Treiben. „Vernichte dich!“ … „Lass ihn reden“ … ich kann keinen Gedanken mehr fassen, ohne dass mir jemand dazwischen plappert. „Trink weiter“ Ich werde unruhig, mein Herz beginnt schneller zu schlagen, ich atme wieder zu schnell – zack „tu es nicht!“- bin ich weg. Dann kann ich den Stimmen gar nicht mehr entkommen. Dann aber bin ich wieder halb da. Schreibe in einer Art „Trance“ diese Mail. Aber die Stimmen gehen „du weißt genau, dass du dich heute noch schneiden wirst“ nicht weg. Ich versuche sie zuzulassen. Gehe für einen Moment in den Konferenzraum, gebe mir eine Minute um dort zu sein…: die Tür ist geschlossen (ich habe Schwierigkeiten wieder zurück zu kommen), es sind mindestens acht Anteile da… weiß nicht, ob die alle zu mir gehören. Sie laufen durcheinander „schneide dich!“ und unterhalten sich, als seien sie auf einem „mach endlich“ Empfang. „Nein, sie wird es nicht tun, und wenn sie dafür die ganze Flasche austrinken muss“… ich hasse Alkohol. Ohne war es besser. Zu spät. „na los, trink schon, stupid!“ und schon nehme ich die Flasche zur Hand und trinke einen großen Schluck, während die gleiche Stimme die mir eben sagte ich solle trinken zuflüstert „du weißt schon, dass ich dich dadurch dem Schneiden immer näher bringe, nicht wahr?! Aber du gehorchst mir…“ dann lacht Bastard, jetzt erkenne ich ihn, weil er beim wegfetzen einen kalten brennenden Strich an meinen Beinen hinterlässt. Irgendwie sind die Herrschaften heute schick gekleidet. Smoking und so, Blazer. Mit Sektgläsern stehen sie da und reden. Feiern sie meinen Absturz? Aber Brash… würde Brash mitfeiern? Wo ist sie überhaupt? Ich entdecke sie weiter hinten… rechte Ecke. Sie sitzt dort mit einer anderen Frau auf zwei Stühlen, die sie sich von den an der Wand entlang stehenden Stapeln genommen haben… sie besprechen etwas, aber ich kann nicht verstehen was. Mir scheint, als würde sie das Ganze durchschauen, aber ich kann mich auch täuschen. Ich bin so schwach. Herr Schw., in mir drin rast alles. Die große Mission des Abends scheint zu sein mich zu vernichten, mich fertig zu machen, mein Selbstwertgefühl runter zu drücken (es geht ja „Schneide dich!“ kaum jetzt noch tiefer… alleine wegen des Weins). Es macht den Eindruck, als wollten die meisten Anteile in mir verhindern, dass mir Gutes geschieht. Wie sie mich auslachen und meine Angst schüren, dass ich nicht im Mala bleiben darf, weil ich zu daneben bin. Wie sie sich daran aufgeilen, dass ich unter Druck stehe und all die bösen Gefühle und Anteile hinter mir lassen möchte, am besten noch vor Montag.

Ich drehe durch.

10-09-08-07-06-05-04-

Juhu! Am Montag (noch zwei bzw. drei Tage) ist es soweit. Es geht mir endlich wieder etwas besser. Ich fühle mich wie im Dauertief. Nicht mehr dieses Zerreißen und Zerfetzen, sondern einfach gähnende Leere. Diese ist mir weitaus lieber, als am Rande des Wahnsinns zu stehen.

Heute Nacht habe ich schlecht geschlafen. War mitten in der Nacht für eine Stunde wach, ehe ich noch mal drei Stunden schlief. Bin dann durch den Regen spaziert – mit meinem riesigen weißen Schirm und meiner neu gestrickten Mütze!!

Gestern war ich bei meinem Onkel Voni (ja, das versteht jetzt nicht jeder) 😉 … aber das war jedenfalls schön. Ansonsten verbringe ich die Tage mit skillen. Stricken etc. und ich sehe viel Dr. House. Ich liebe das, auch wenn es im Grunde immer das Gleiche ist.

Komischer Weise schreibe ich gerade kaum noch. (Wie man auch an dem Blog merkt). Selbst meine Diary Card vernachlässige ich. Nehme derzeit auch tagsüber Truxal um aushalten zu können… seitdem geht es mir auch wieder besser.

Crazy life!

10 – 09 – 08 – 07 –

Der Countdown läuft.

 

Gestern hatte ich einen der übelsten Tage meines bisherigen Lebens.

Ich war in Dissoziationen verstrickt, vom Leben geplagt. War verzweifelt, platzte schier, am Rande des Wahnsinns. Nicht auszuhalten.

Noch dazu war ich gemein gegenüber einem Menschen, der mir unheimlich viel bedeutet, Herr Schw., obwohl Sie mir nur Gutes wollten und im nachhinein nur Gutes taten. Ich danke Ihnen dafür, dass Sie für mich da waren!

Heute, ich bin benebelt vom Truxal, geht es mir etwas besser. Es geht mir weiß Gott (oder auch nicht) nicht gut. Es ist eine Folter, ja, eine Qual. Aber ich halte etwas besser aus. Kann mich bisher noch beschäftigen, mich ablenken, auch wenn ich gerade das Gefühl habe, als zerfetze es mich. Ich bin erschöpft. Ich bin ausgelaugt. Ich bin am Ende. Ich zähle die Tage… zähle die Tage bis ich ins Mala kann.

wie ein Falter in das Licht…

10 – 09 –

Der Countdown schreitet voran!

Höre ein Hörbuch… genieße die Ruhe, dir mir dabei noch gleichzeitig schwer zu schaffen macht. Weiß nicht wohin mit mir. Höre ein Hörbuch, bei dem ich schier einschlafe, weil es so langsam vorgelesen wird. *gähn* und zehre an den Nachwirkungen vom T. gestern Abend (Bedarf).

Heute Morgen mit der Familie zusammen gefrühstückt, bin ich nun seit einiger Zeit im Internet. Versuche mich abzulenken. Mein linker Arm ist halb steif, durch den Verband daran. Habe mich gestern Abend noch selbst verletzt. Weiß das alles nicht mehr so genau. Habe eine Mail an Herrn Schw. geschrieben und eine VA. Es ist passiert, ich kann es nicht rückgängig machen.

Morgen habe ich Therapie, darauf freue ich mich. Im Moment habe ich das Gefühl, als kämen alle Wände immer weiter auf mich zu. Alles wird immer enger und ich habe Schwierigkeiten noch zu atmen. Alles presst mich zusammen und wird so übermächtig.

Brash:

Ich bin fertig mit den Nerven. Bastard hat es gestern geschafft gegen uns anzukommen. Ich war zu müde und der Bedarf hatte nicht rechtzeitig und nicht stark genug gewirkt. Ich bin enttäuscht, dass es nicht geklappt hat. Aber ich kann es jetzt nicht mehr ändern.

Ana:

Ich bin etwas schwächer momentan. Laura isst mehr, aber sie nimmt dennoch nicht zu. Dass sie über Fresubin nachdenkt finde ich, verständlicher Weise, nicht gut. Aber wenn sie meint mich damit in den Griff zu bekommen, dann soll sie es doch tun. Ich komme wieder. Dessen bin ich mir sicher. Und ich werde bleiben, auch wenn sie irgendwann ein Kilo mehr haben sollte. Ich bin noch lange da. Für immer… vielleicht.

Bastard:

Ich bin es zufrieden. Laura kann ihren Arm nur eingeschränkt bewegen und ich verfolge sie noch immer. Sie hat auch jetzt nicht ihre Ruhe vor mir. Ich setze sie unter Druck und sie weiß nicht wieso.. Weiß vor allem nicht, wie sie da raus kommen soll. Das genieße ich. Es ist, als sie eine Fliege und ich halte sie an einem ihrer Beine fest. Sie summt und brummt und ihre Flügel rasen… sie will wegfliegen, aber sie bleibt bei Vollgas doch immer an der gleichen Stelle. Es befriedigt mich, wenn ich sowas sehe…

Ja, die lieben Ego-States. Ich bin froh, dass ich sie kennenlernen darf, und es tut irgendwie gut sie in kleine Persönlichkeiten einteilen zu können. Wie Bastard sagte, ich fühle mich wie Vollgas und angezogene Handbremse zugleich. Mein einziger Trost: in 9 Tagen bin ich schon im Mala!!! Das ist ein wirklicher Trost. Und ich freue mich auf Therapie morgen, das ist die wichtigste Insel, die ich mir gerade vorstellen kann. Sehr bedeutsam für mich!

Wie ein Falter in das Licht… fliege ich davon. Verbrenne mir die Flügel. Stürze ab. Hebe mich erneut empor und fliege wieder … in das Licht!

wie eine große Lawine…

… rollt irgendetwas über mich drüber! Ich fühle mich vom Leben platt gewalzt. Eingeschlossen in einer Kapsel ohne Luft, in der ich deshalb wild herumtobe!! Mir geht die Luft zum Atmen aus. Nehme jetzt mein Bedarfsmedikament. Weil es so einfach keinen Sinn mehr macht und weil ich keine Kraft mehr in mir spüre. Ich muss innerlich etwas zur Ruhe kommen und die Hoffnung, dass das T. hilft, habe ich noch. Muss nur genug davon nehmen.

Fühle nicht einmal mehr genug Kraft um noch zum Pferd zu gehen. Möchte stattdessen heim zu mir nach Hause. In mein Bett. Schlafen. Von jetzt an – bis morgen Früh!! Einfach nichts mehr mitbekommen. Aber das geht ja auch nicht. Da mein Kreislauf ohnehin schon sehr wacklig ist, darf ich nicht zu viel T. nehmen. Wünschte, dass ich noch Benzos hätte, habe ich aber leider nicht mehr. Bzw. auch zum Glück. Das ist ein Zwiespalt. Aber ich weiß, dass diese mich jetzt unterstützen würden…

Regungslos sitze ich da. Innerlich zerrissen, angetrieben, rase ich umher, besuche meinen inneren Konferenzraum und rase wieder heraus. Ich bin unruhig, zappelig in mir drin. Doch nach außen hin bin ich regungslos wie ein Stück Beton.

Es geht mir sehr schlecht. Ich bin müde, matt, erschöpft, meine Seele fickt sich. Mein Leben fordert mich zum Kampf heraus.